2015

WEM GEHÖRT SCHWARZ? 23. 10.2015, 20:30 Uhr  - Zero Arts, Ostendstr. 16, 70190 Stuttgart. "Monat der Performances 2015"

 

Blöde Frage, oder was soll das eigentlich, bestimmte Druckfarben, bzw. Mischfarben zu verhöckern? Und diese für ein bestimmtes Unternehmen zu sichern! Eine abstrakte Farbmarke, oft wird der Begriff "konturlose Farbmarke" benutzt, ist ein  teurer und langwieriger Prozess für ein Unternehmen, um schließlich beim Bundespatentgericht/BPatG erfolgreich zu seinMilka - Lila, Nivea- Blau, Langenscheidt- Gelb und Telekom - Magenta haben das geschafft. Um das Rot -HKS 12 der Sparkassen wird derzeit noch vehement gestritten. UPS hat sich sein Braun in USA gesichert.

 

Der Mensch kann ca. 200-300 Farben wirklich identifizieren und wieder erkennen. Wenn das Gezänk um die "abstrakte Farbmarke" weiter geht, dann sind ein paar Großunternehmen bald im Besitz von unseren identifizierbaren Druckfarben. Sollte ein Unternehmen auf die Idee kommen, sich "schwarz" sichern zu wollen, dann erwartet uns nicht nur eine Riesenserie von Rechtsstreits, sondern das Aus von"Druck" überhaupt. http://oe1.orf.at/artikel/212776Mars Inc. hat das 2006 versucht. 

 

AN DER FARBE SOLLT IHR UNS ERKENNEN. An der Farbe sollt ihr euch ergötzen. ha ha ha. :-( IHR HABT AUS MAGENTA  EIN HÄSSLICHES TELEFON GEMACHT! Mars Inc. beantragte  2006 ein Patent auf SHWARZ. Dem Chart - http://copat.de/markenformen/Farbmarken2007.pdf  - zufolge aus dem Jahr 2007 ist nicht zu entnehmen, ob der Antrag abgelehnt, oder von Mars Inc zurück gezogen wurde.

 LA PLAISIR Menuet à Deux mit Rüdiger Scheiffele, Anschließend Menuett-Tanzübungen mit dem Publikum. 29.8.2015  Württembergischer Kunstverein Stuttgart im Rahmen der Mitgliederausstellung 2015 - " AKTIONSRAUM. Ein Raum, ein Labor - viele Aktionen" vom 28.8.15 - 29.8.15 und 8.9.15 - 12.9.15.

 

Wir tanzen in Rettungsfolie gekleidet, ein  Menuett, das sich  als Gesellschaftstanz am französischen Hof von  Ludwig  XIV  erfolgreich etabliert hatte und sich bis zur Wende des  18. Jh. bei Hof und Adel großer Beliebtheit erfreute.  Der Gesellschaftstanz war als Abgrenzung  vom bäuerlichen Tanz gedacht und manifestierte eine  Disziplin/Kunstform, die nur durch hohen Zeiteinsatz erlernbar  war.  Sowohl der Vorgängertanz, die Courante, als auch das Menuett,  disziplinierte die Tänzer und gab Ordnung und Gemessenheit, sowie  klare Benimmregeln  vor. Das Menuett unterlag  einem definierten  Reglement mit exakter  geometrischer  Abzirkelung, das sich dadurch schon  vom Volkstanz abgrenzte, bzw. abgrenzen wollte.  Dazu lesenswert : Gabriele Klein "Tanz als Aufführung des Sozialen - Zum Verhältnis von Gesellschaftsordnung und tänzerischer Praxis" in dem Buch "Konzepte der Tanzkultur: Wissen und Wege der Tanzforschung" Herausgegeben von Margrit Bischof und Claudia Rosiny. / 2010 transcript Verlag Bielefeld.

 

Mir war es wichtig, das Menuett als Nichttänzer zu tanzen, d.h. ohne professionelle Ausbildung und auch noch ohne ausgedehnte Proben. Gesellschaftliche Gepflogenheiten, oder Gefälligkeiten zu ignorieren, sehe ich als eine  Loslösung von Autorität.

GRENZSTATION Neuhausen, eine performative Installation während der Ausstellungseröffnung BLURRING BOUNDARIES, Kunstverein Neuhausen, Rupert-Mayer-Kapelle. 73765 Neuhausen. 13. Juni 2015.

 

Inspiriert von der Thematik  der Ausstellung habe ich mich für die Darstellung zweier Figuren entschieden, die visuell nicht weiter von einander getrennt sein könnten und doch so nah beieinander liegen.

Die Festlegung von "Grenzen" ist, wenn diese gedacht, verkörpert, oder markiert werden, eine deutliche Entscheidung für materielle Ausrüstung, ohne die "Halt", oder "Stopp" nicht eingefordert werden können. Das  rot-weiße Absperrband hat einen trennenden Auftrag auf vielen Ebenen bis heute.  Die NVA-Uniform verkörperte einst Trennung und Zwang, aber ich kann sie heute, fast 26 Jahren nach  der Öffnung der innerdeutschen Grenze, zur Revision, Begutachtung und Durchsicht freigeben. Sie erzeugt mehrartige Lächeln auf Seiten der Beobachter. So, als wäre diese Form nur eine nostalgische Ausführung. Neue Uniformen sind im Anmarsch und vielleicht kommen sie eines Tages so ungegenständlich daher, wie die Plastikhülle aus Absperrband.  - Beide Maßnahmen stehen im Einsatz der regulativen Ordnung,

Der rote Pinselstrich ist nur eine Abgrenzung zum Weiss des Papiers, das ich für eine Frage an das Publikum benutzt habe. "Welche Grenzen sind die unerträglichsten?" Bild und Text sind in Bearbeitung. 

cook & paint - kochen und malen als Integrationsidee. Sommerfest am 17. Juli von 12.00 bis 18.00 Uhr im Flüchtlingswohnheim Hasenbergstr. 68. Initiiert von Doris Graf, Hannelore Kober und Birgit Neußer/ "Die Landfrau".

 

http://www.dielandfrau.com/2015/07/cook-paint-kochen-und-malen-als.html

Malen, oder Zeichnen ist eine individuelle Konzentration auf das Papier, bzw. auf die Wand mit der Beteiligung von Gefühl und Intellekt. Für die Kinder und Erwachsenen im Flüchtlingsheim Hasenbergstrasse war es eine neue Erfahrung, über das Medium Farbe einfach mal die unsichere Zukunft loszulassen, die Vergangenheit in Farbe zu tauchen und so einfach und gelassen im Gegenwärtigen zu kommunizieren. In der Kombination mit Kochen, dessen Ergebnis ja nicht nur den Hunger stillt, sondern auch ein Prozess mit letztendlich gemeinschaftlichen Ergebnis ist, gewinnt die  kurzfristige Einsamkeit während des Malens ein Plus an Anklang und Gemeinsamkeit, Zumal die Nachbarn beim Sommerfest mitessen.

ACH ECHT? Intervention beim "Kunstflug" - Kunstkongress/Festival 14.-16.5.2015, Alte Feuerwache Mannheim, 14. Mai 2015.

 

Wenn eine "Security"-Person auftaucht, dasteht, oder sich umtut, dann ist für jeden Besucher klar, hier ist eine/r, die/der Schutz und Sicherheit vor Ort darstellt. Aber was ist das für ein Schutz? Vor was schützt diese Person, was ist schützenswert?   Wieviel "Security" ist notwendig?  Objektschutz, Werkschutz, Veranstaltungsschutz und Personenschutz haben sich längst  als Mitspieler reibungsloser Rein-Raus-Abläufe etabliert. Security-Figuren am Eingang von Krankenhäusern, Clubs, oder Rewe sind  längst die Regel.  Wieviel "Security" brauchen wir wirklich? Und was ist da schützenswert? Das Geld in der Kasse, oder die Furcht vor Angriffen auf ein System, das anscheinend funktioniert? Aber was denken Künstler, Kuratoren und Organisatoren, wenn sich eine solche Figur in den Kunstbetrieb einschleust? Sie denken nicht mehr. Sie sehen "Security" und fühlen "Security".

PRINCESS FOR EVER, Atelierhaus Brückenstraße 8, Lange Nacht der Museen, 14. März 2015.

Es ist nun mal so: in einer Umgebung, die Erwartungshaltungen provoziert, ist eine "Prinzessin" mit Krone auf dem Haupt, ein befremdliches Subjekt, das beim unbedarften Zuschauer zunächst Erschrecken erzeugt. Immerhin kommen die Menschen der "Langen Nacht" wegen einer Kunstvorstellung in die Ateliers. Aber was erwarten sie? Kunst ist wahrscheinlich ein Gemälde, oder ev. eine Vorführung, welcher Art auch immer.  Es dauert bis die "Prinzessin" vom gedachten schönen Schein ins Bewusstsein der Realität dringt, um dann wohlwollend akzeptiert zu werden. "Kleider machen Leute". Kleider erzeugen Lebensgefühl, Werte- und Unwertegefühle. Kleidung verbindet mit Gesellschaft, oder sie trennt rabiat. Die "Prinzessin" war zunächst eine Kluft, bis sich langsam die Gewissheit über einer Kunstfigur  manifestierte. Mit der Maske von Lambert wurde das Kleid der Prinzessin gewissermaßen unsichtbar und eine neue Wirklichkeit war etabliert. Eine Maske tragen, trennt das Äußere vom Inneren des Tragenden.